Schwarztee auf Kleenex
20 x 20 cm auf A4
zwei unikate Werke
Je 770 € (gerahmt)
Valérie Favre (*1959 in Evilard, CH) lässt in ihrer malerischen Praxis narrative Bildräume, gestische Setzungen und materialbewusste Oberflächen ineinandergreifen. Das Material fungiert dabei nicht nur als Träger der Darstellung, sondern verweist auf Geschichte, Zeitlichkeit und die körperliche Handlung des Malprozesses. Favres Umgang mit Materialität ist stets auch eine Inszenierung von Textur, Verdichtung und Auflösung, die das Verhältnis von Bildträger, Geste und Figur fortwährend in Bewegung hält. Für ihre Jahresgabe formuliert Favre einen stillen, poetischen Kommentar zur ökologischen Fragilität unserer Gegenwart: Der mit Tee gemalte Planet verblasst im Laufe der Zeit – eine bewusste Sichtbarmachung von Vergänglichkeit, die sowohl das Material selbst betrifft als auch auf die allmähliche, oft unscheinbare Zerstörung ökologischer Systeme verweist. Favre stellte u. a. aus in der Neuen Galerie Gladbeck; n.b.k. – Neuer Berliner Kunstverein, Berlin; Haus am Waldsee, Berlin; im K21, Düsseldorf; Gropius Bau, Berlin; Kunstmuseum Luzern. 2024 erhielt sie den Meret Oppenheim Preis.